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Verankerung in der Schule: Rückblick

Nachdem sich die Defizithypothese und die Sprachbarrierendiskussion geraume Zeit gehalten und für eine zweigleisige Entwicklung der Dialekte gesorgt hatten, war es vor allem die Frage der Verankerung des Dialekts in der Schule, die in Bayern zu Beginn der Jahrtausendwende die Politik auf den Plan rief, und zwar am 24. Januar 2001 in Form eines „Berichts zu Pflege und Erhalt der in Bayern gesprochenen Mundarten“ der damaligen Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Monika Hohlmeier, im Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport des Bayerischen Landtags.

Der Auslöser dafür war der Fall des Schülers Florian aus Otterfing (Landkreis Miesbach) gewesen. Ihm hatte eine Lehrerin 1999 in der zweiten Klasse im Zeugnis bescheinigt, dass er Probleme habe, sich verständlich auszudrücken, da im Elternhaus mit ihm nur Bairisch geredet werde. Publik gemacht wurde die Angelegenheit durch den im Jahr 1989 aus Sorge um die bairische Sprache gegründeten Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V. (FBSD). Der Verein organisierte auch eine landesweite Unterschriftenaktion für den Erhalt der bairischen Mundart als Kulturgut, die von 150.000 Menschen unterstützt wurde (vgl. Hochholzer, 22015, 65).

Es folgten verschiedene Publikationen und Initiativen, die den Wert der Mundarten und deren Integration in die Schulbildung herausstellten:

Dialekt wurde nun und wird als Bereicherung, nicht als Manko, gesehen, sowie – damit einhergehend – seine Pflege und Erhalt als Verfassungsauftrag und pädagogische Notwendigkeit.