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Verankerung in der Schule

Ziele der Integration von Dialekten und regionaler Kultur in den Schulalltag

Die Behandlung von regionaler Kultur (der bayerischen Heimat) und Dialekten im Unterricht ist ausdrücklich vorgesehen (vgl. dazu Verankerung im Lehrplan und in der Bayerischen Verfassung), wenngleich dies in dieser Form nicht immer der Fall war (vgl. dazu einen kurzen Rückblick). Mit der Thematisierung der Dialekte, Mundarten und – etwas weiter gefasst – verschiedener Varietäten sowie der regionalen Kultur im Unterricht gehen bestimmte fächerübergreifende Ziele einher (nach Tophinke, Praxis Deutsch, S. 275, ergänzt u. a. durch Beiträge von Michael Rödel, LMU München, und Helmut Groschwitz, BAdW):

  • Es entsteht ein Bewusstsein für areale Variation der deutschen Sprache und eine Vorstellung von der Sprachgeografie des deutschsprachigen Raumes und Bayerns sowie der Bandbreite regional gewachsener Kultur. Auch die areale Prägung der eigenen Sprache wird bewusst.
  • Durch eine reflexive Betrachtung von Dialekt und regionaler Kultur bekommen Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Veränderung von Sprache und regionaler Kultur, denn gerade kulturelle Ausdrucksformen sind fluide und reagieren relativ schnell auf Einflüsse von demographischem Wandel, Mobilität, Medialisierung und Migration.
  • Die Schülerinnen und Schüler erfassen, dass die Vorstellung einer homogenen deutschen Sprache, wie sie Grammatiken und Lexika entstehen lassen, unzutreffend und sprachliche Heterogenität normal ist. Dies gilt in besonderer Weise für die gesprochene Sprache. Nicht nur lässt sich ein dialektaler „Akzent” nicht einfach ablegen, sondern dieser kann in bestimmten Situationen gerade erwünscht sein.

Bekanntmachung des Portals

Für die weitere Multiplikation und Vorstellung des Portals dürfen Sie gerne diese PPT verwenden.

  • Die Lernenden bilden ein ausgeprägtes Sprachbewusstsein aus und erfassen, dass wir sprachliche Situationen gestalten und dass areale Varietäten eine Gestaltungsressource sind. Sie können etwa dazu dienen, regionale Zugehörigkeit, soziale Nähe oder ein situativ angepasstes Sprachregister anzuzeigen.
  • Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr eigenes Sprachrepertoire, nehmen ihre sprachliche und kulturelle Umwelt bewusst wahr und begreifen Sprachvarietäten sowie unterschiedliche Traditionen als wichtigen Teil von regionaler Kultur und persönlicher Identität.
  • Schülerinnen und Schüler bauen eine positiven Einstellung gegenüber Sprache und Dialekt auf. Sie hinterfragen Stereotype kritisch und entwickeln eine Wertschätzung gegenüber verschiedenen Sprachvarietäten, Dialekten und Sprachen und nehmen die innere sowie äußere Mehrsprachigkeit als positiv wahr.
  • Die Lernenden entwickeln ein Verständnis für eine mögliche symbolische Aufladung von Dialektalität und Traditionen. Sie erkennen, dass hinter Initiativen zur reinen Dialektpflege die regressive Sehnsucht nach einer heilen und überschaubaren dörflichen Lebenswelt stehen kann.
  • Sie werden sensibilisiert für das Kulturgut der Sprache und Kultur der Heimat (im Sinn von Artikel 131 der Bayerischen Verfassung) und entwickeln dabei auch ein differenziertes Verständnis des Heimatbegriffes sowie ein Problemverständnis zu dessen teils ideologisch geprägter Aufladung.
  • Mit der in der Schule initiierten Auseinandersetzung mit sprachlichen Varietäten und Ausdrucksformen der regionalen Kultur wird die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen unterstützt und es werden die fächer- und schulartübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele der Sprachlichen Bildung sowie der Werteerziehung gefördert.